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PermaDerm revolutioniert die Wundheilung
Verbesserte Wundheilung mit Gelatine

Foto: Lichtdruck

 

Die Retter des Runzelkorns

Holger Lübbe und Wolfgang Blauert haben einen Traum: Sie möchten den Lichtdruck wieder aufleben lassen. An die Detailtreue und Haltbarkeit der vor 150 Jahren erfundenen Technik reicht bis heute kein Druckverfahren heran.


 

Der Lichtdruck wurde entwickelt, um Fotos zu vervielfältigen“, sagt Lübbe und fährt fort: „Diese Königin der Reproduktionstechnik bietet höchste Schärfe und einen enormen Kontrastumfang. Außerdem ist Lichtdruck das haltbarste Verfahren, was Lichtbeständigkeit und Farbechtheit angeht.“ In der Blütezeit um 1900, als vor allem Postkarten, Urkunden und Kunst-Reproduktionen mit Lichtdruck hergestellt wurden, existierten weltweit um die 2.000 Werkstätten. Heute gibt es noch zwei Traditionsbetriebe in Kyoto und Peking, eine Museumswerkstatt in Leipzig – und Offizin Darmstadt, die Werkstatt, die Lübbe und Blauert 2015 gegründet haben. Prachtstück von Offizin Darmstadt: eine alte Lichtschnelldruckmaschine von 1880, die den beiden Enthusiasten als Leihgabe überlassen wurde. „Den Umzug der fünf Tonnen schweren Lady haben wir mit Crowdfunding finanziert“, so Lübbe.

Lichtdruck Luebbe Blauert

Holger Lübbe (rechts) und Wolfgang Blauert wollen dem Lichtdruck eine neue Zukunft geben.

 
Lichtdruck Gelatine

Wichtiger Bestandteil des Lichtdrucks: GELITA® Lichtdruck-Gelatine

Der Lichtdruck arbeitet mit ölhaltiger Druckfarbe auf Naturpapier. Als Druckvorlage wird ein warmes Gelatine-Kaliumdichromat- Gemisch auf eine Glasplatte gegossen. Nach dem Trocknen wird ein Halbton-Negativ aufgelegt und belichtet. Der Lichtgerbungsprozess verändert die Struktur der Gelatine. Beim Auswaschen der lichtempfindlichen Substanz entsteht das sogenannte Runzelkorn und damit eine reliefartige, feine Oberflächenstruktur. Deren Auflösung ist fünf- bis zehnmal höher als die der modernsten Druckermaschine. Vor dem Druck wird eine Wasser- Glyzerin-Mischung aufgebracht, die die Gelatine quellen lässt. Die härteren Stellen der Gelatine nehmen weniger Feuchtigkeit auf als die weicheren. So entstehen unterschiedliche dicke Farbschichten, die mit hohem Druck auf Papier übertragen werden. „Früher war es schon ein Problem, die Gelatine zu besorgen, von gleichbleibender Qualität ganz zu schweigen. Es gab auch nicht immer Strom, für die Belichtung wurden die Platten in die Sonne gelegt“, sagt Lübbe. Heute genügt ein Anruf bei GELITA und das Unternehmen liefert die Gelatine mit den gewünschten Eigenschaften. Die Zusammenarbeit geht aber noch einen Schritt weiter. „Wir wollen mit GELITA eine Alternative zum Härten der Gelatine mit Kaliumdichromat finden und neue Techniken erproben.“

perfekte Lichtdrucke
perfekte Lichtdrucke

Perfekte Lichtdrucke vom Hochzeitsturm in Darmstadt

Lichtdruck 2.0

„Wie würden man heute den Lichtdruck machen?“ ist die Frage, die Lübbe umtreibt. Mit dem Projekt „Lichtdruck 2.0“ versucht Offizin Darmstadt neue Standards für die Technik des Lichtdrucks festzulegen und damit die Basis für die Zukunft des Verfahrens zu schaffen. Viele alte Kulturschätze sind bereits digitalisiert. Mit diesen Daten können Negative für den Lichtdruck erzeugt werden und somit die Kulturschätze originalgetreu reproduziert werden. „Langfristig wollen wir neue Werkstätten aufbauen, ausbilden und das Verfahren für die Faksimilierung, Langzeitarchivierung und die Produktion von Kunstdrucken wieder aufleben lassen.“ Um den Lichtdruck als Kulturerbe zu bewahren, will Offizin Darmstadt gemeinsam mit anderen Lichtdruck-Enthusiasten einen Antrag auf Anerkennung als „dringend erhaltungswürdiges immaterielles Kulturerbe“ bei der UNESCO stellen. Mit der Hoffnung, dass der Lichtdruck irgendwann so weit verbreitet ist, dass er wieder von der UNESCO-Liste gestrichen werden kann.

 

MEHR INFORMATIONEN:
Dr. Christoph Simon
Tel. +49(0)6271 84-2535
christoph.simon@gelita.com

www.offizindarmstadt.de

 
 
 
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